Samstag, 25. August 2012

Fluxus

Samstag..... mir ist immer noch irgendwie übel! Wenn sich heute der bourgeoise Dortmunder Bildungsbürger einen runterholt, dann nennt man es „Fluxus“ und feiert sich im Dortmunder U und dem Museum Ostwall mit einer großen Ausstellung. Was vor 50 Jahren die Kunst und Gesellschaft revolutionieren sollte, ist heute angekommen und gesellschaftsfähig, kostet viel Geld und braucht großzügige Sponsoren. Der diskrete Charme der Bourgeoisie. Ich sah noch nie so viele angepaßte junge Künstler im Jackett und so viele alte Revolutionäre, wobei die letzteren Mühe hatten sich auf den Beinen und an ihren Gläsern fest zu halten.

Auch wenn das Dortmunder U gestern Abend mal wieder voll war und das Museum Ostwall in seinen beschränkten zwei Etagen wegen der Gäste aus den Nähten platzte, darf das nicht darüber hinwegtäuschen, daß das Dortmunder U immer noch aussieht, wie eine Ruine.

Irgendwie merke ich, daß ich für solche Veranstaltungen und auch Einrichtungen kein Verständnis mehr habe und mir mehr „Fluxus“ wünsche, mehr Veränderung, mehr Fluxkompensator für ein Zurück in die Zukunft. Da lob ich mir doch die Zeit, als Helmut Schmidt Bundeskanzler war, das Museum am Ostwall besuchte, und bei mir eine Zigarette schnorrte.